Vive la France! ... de nouveau...

Seit Jahren träume ich davon, nach Rouen in der Normandie zu reisen. Zweimal war ich bereits mit dem Auto in der Gegend, zweimal war ich zu ängstlich , um die Stadt mit einem eigenen Fahrzeug zu erkunden. Und dies ist auch gut so: Auto fahren möchte ich hier nicht! Die Spurführung ist dann doch etwas chaotisch... Gestern Nachmittag bin ich fast pünktlich am Bahnhof eingetroffen. Die Reise verlief problemlos und sogar mein kurzer Fussmarsch vom einen Pariser Bahnhof zum anderen war fast ein Vergnügen. Ich habe ganz erstaunt festgestellt, dass es wider früherer Erfahrungen durchaus hilfsbereite und freundliche Menschen in Paris gibt. Am Bahnhof in Rouen wurde ich von Nicole und Pierre - meinen hiesigen Gasteltern - äusserst herzlich in Empfang genommen. Die beiden sind super sympathisch und wir haben uns auf Anhieb toll verstanden. Die beiden haben mich als erstes mit ins Stadtzentrum genommen, wo wir einen ausgedehnte Spaziergang unternommen haben. Mich hat vorallem die Architektur beeindruckt: es hat überall ganz viele kleine und winzige Details, die wunderschön sind und an denen ich mich kaum satt sehen konnte... Anschliessend sind wir auf einen Hügel neben der Stadt gefahren, um Rouen von oben zu betrachten. Sie hat etwa die gleiche Grösse wie Bern, jedoch ist vorallem das Stadtzentrum um einiges grösser und es hat sehr viele sehr grosse Kirchen (welche ich bald noch etwas genauer inspizieren werde). Im selben Haus wohnen noch Shinzi aus Japan und Barbara aus Kanada. Shinzi ist 20, sehr schüchtern und sehr freundlich. Er hat uns heute Abend japanisch bekocht und es war ein wahres Festmahl. Barbara ist bereits etwas über 50 und auch super freundlich. Allerdings lächelt sie fast nie und ist wahnsinnig "schnäderfrässig". Die Schule befindet sich buchstäblich direkt um die Ecke: vom Garten meiner Gasteltern sehe ich das Dach des Schulgebäudes. Das ist natürlich super bequem! Heute morgen um acht war Schulbeginn. Am ersten Tag findet zuerst ein kleiner Test zur Sprachniveau-Bestimmung statt und alle werden in eine Klasse eingeteilt. Um 9.30 Uhr beginnt dann erst der eigentliche Unterricht (das heisst, dass ich ab morgen etwas länger schlafen kann). Der bisherige Unterricht war anspruchsvoll, aber auch angenehm. Mein letzter Französischunterricht liegt etwa 15 Jahre zurück und ich habe heute soviel über diese Sprache nachgedacht wie schon lange nicht mehr! Nach der Schule liefen die neuen Schüler (angeführt von Lehrer Victor) im Gänsemarsch ins Stadtzentrum, welches etwa 30 Fussminuten von der Schule entfernt liegt. Es hat den ganzen Tag stark geregnet und ich hatte innert Minuten ein anhaltendes Fussbad in meinen Schuhen. Zum Glück in den einzigen geschlossenen Schuhen, die ich dabei habe. Wo sind eigentlich die Wanderschuhe, wenn man sie braucht? Guet planet Chrigä! Jetzt bin ich einfach nur wahnsinnig müde! Französisch ist anstrengend und die vielen neuen Eindrücke taten den Rest. Ich gehöre also ins Bett und kümmere mich morgen wieder um la langue...

25.8.14 23:24

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