Frische Luft a go go

Die Zeit fliegt! Schon wieder ist eine Woche vorbei, die Hälfte ist geschafft und vier weitere Wochen liegen noch vor mir...

Englisch wird immer anstrengender, denn auch hier liegt der Teufel im Detail und es sind die Details, um die ich mich kümmern muss. Gemäss einem Einstufungstest von letzter Woche bin ich aber auf dem Wege der Besserung und darf noch hoffen...

Meine Freizeit ist geprägt von frischer Luft und langen Spaziergängen. Das Wetter scheint es mit den Schotten gut zu meinen. So waren die letzten beiden Sonntage strahlend schön und sonnig!

Mit Sina (aus Zürich) habe ich mich letzten Sonntag für einen Spaziergang entlang dem Water of Leith getroffen. Dies ist eigentlich der Hauptfluss durch Edinburgh - für jemanden, der an der Aare zuhause ist, ist es jedoch eher ein Bächlein...

Der Weg führt meist unter Bäumen durch und die Sonne tat ihr Bestes, alles in ein wunderschönes Licht zu tauchen: farbige Blätter, grünes Gras, blaues Wasser und fröhliche Menschen - so soll es sein...

Leo war auch zufrieden. Es sei ein typischer Schweizerfehler, beim Sprechen die verschiedenen Zeiten falsch anzuwenden und er gab mir daher den Auftrag, ihm fehlerfrei von meinem Spaziergang zu erzählen. Dies habe ich auch geschafft und war ganz stolz. Denken vor reden hilft auch hier...

Heute war dann ein weiterer Sonntag aus dem Bilderbuch: strahlend blauer Himmel und kein Wölkchen weit und breit. Nur die Buschauffeure liessen sich davon nicht beeindrucken... Aber von vorne:

ich machte mich eigentlich rechtzeitig auf, um den Bus um 10 Uhr 24 zu erreichen. Der Weg war jedoch gefroren und etwas glatt, so dass ich nur vor mich hin schleichen konnte. Der Bus fuhr mir dann auch entsprechend vor der Nase weg.

Der nächste Bus kam zwanzig Minuten später und ich stieg ein, grüsste und... erhielt keine Antwort. Das ist für hiesige Verhältnisse schon sehr ungewöhnlich!

Mit dem Bus fuhr ich nach Cramond, dem kleinen Ort nordwestlich von Edinburgh, den ich bereits an meinem ersten Tag hier besucht hatte.

Ich lief erneut auf die Insel und stellte fest, dass ich bei meinem letzten Besuch nichteinmal die Hälfte davon gesehen hatte. So erkundete ich heute weitere Bunkerruinen aus dem zweiten Weltkrieg und fand in einem kleinen Wäldchen ein verfallenes Haus.

Am äussersten Ende der Insel traf ich einen sehr bärtigen älteren Herrn in einer Armeejacke, der mit einem Feldstecher unterwegs war. Er erzählte mir einige interessante und lustige Anekdoten aus der Schottischen Geschichte und packte sein ganzes Deutsch für mich aus (guten Morgen, guten Tag und guten Abend).

Sina sollte eigentlich gegen zwölf Uhr in Cramond eintreffen. Ihr Bus hielt jedoch gar nicht erst für sie an und so machte sie sich zu Fuss auf den knapp einstündigen Weg und war gegen ein Uhr endlich da.

Wir gönnten uns erstmal einen Tee und einen Scone (eigentlich ein generelles Wort für ein kleines Gebäckstück, hier jedoch typischerweise ein Brötchen mit Butter und Konfi) an der Sonne, bevor wir weiter in Richtung Queensferry wanderten.

Sina hat mich unterwegs mit einer weiteren Schottischen Geschichte versorgt:

so sollen die Deutschen im Zweiten Weltkrieg über den Firth of Forth geflogen sein, um die Brücken für einen Bombenanschlag auszumessen. Da aber aus der Luft kaum zu unterscheiden ist, was Spiegelbild und was wirklich Brücke ist, wurde das Spiegelbild der Brücke im Fluss vermessen und der Anschlag ging daneben. Ob wahr oder nicht - Schottland lacht noch heute darüber...

Queensferry ist ein weiterer kleiner Ort etwa 4 Meilen westlich von Cramond. Von hier aus führen die beiden grossen Brücken über den Firth of Forth (wer kann dies aussprechen, ohne dabei zu spucken?): die Forth Road Bridge (für Autos) sieht ein wenig aus wie die Golden Gate Bridge in San Francisco und die Forth Rail Bridge (für Züge) ist eine irre rötliche Metallkonstruktion. Beide Brücken sind riiiiiesig und sehr imposant!

Nachdem wir bereits fast fünf Stunden auf den Füssen waren, wollten wir mit dem Bus zurück nach Edinburgh fahren. Dieser kam auch knapp zwei Minuten später und wir freuten uns bereits über unser tollen Timing! Doch dann die Ernüchterung: der Bus gehört nicht zur gleichen Gesellschaft wie die Stadtbusse und akzeptierte mein Ticket nicht (ich habe ein Mehrfahrtenbüchlein für die Stadtbusse). Rückgeld gibt es in Bussen gründsätzlich keines, ich hatte gerade noch etwa 40 Pence in Münzen und zehn Pfund wollte ich dem Fahrer dann doch nicht schenken.

Wir stiegen also wieder aus dem Bus aus, setzten und in ein kleines Café, wärmten uns auf und wechselten Geld. Im nächsten Bus - etwa eine halbe Stunde später - stellte sich dann zudem heraus, dass das Ticket drei Pfund kostet - und nicht wie angenommen 1.5 Pfund. Die Münzen haben gerade so gereicht...

Nun bin ich wieder zuhause, habe einen vollen Bauch (Chicken as usual, Broccoli, Couscous, Fladenbrot und Salat) und bin müde... Die Sonne und die frische Luft haben unglaublich gut getan!

10.11.13 21:21

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Rudi (11.11.13 14:52)
"firf of forf" - i has aso tatsächlech lut vor mi häre gseit

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