Kikibein ist umgezogen

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24.7.16 15:47, kommentieren

Dolce far niente

Faulenzerferien machen Spass!Nach dem Ausschlafen gibt's zuerst ein ausgiebiges Frühstück im Hotel, welches eigentlich mehr ein Bed & Breakfast ist: sehr familiär und freundlich. Jeden Tag gehört dazu etwas selbst gekochtes, mal Auberginentätschli, mal Tomatensalat oder auch eine Omelette. Dazu gibt's koffeinfreien Schwarztee (sic!) für mich und einen Cappuccino für Dorian.Nach dem Frühstück flanieren wir durch das mittelalterliche Städtchen mit seinen schmalen hohen Gassen, bevor wir im Hotel eine kleine Siesta halten.Am späteren Nachmittag steigen wir über steile Treppen (Tropea liegt auf einem etwa 40 Meter hohen Felsen) zum Strand hinunter, baden im schier unglaublich klaren Meer und lassen uns danach die Sonne auf den Bauch scheinen. Langsam werde sogar ich ein bisschen braun...Nach dem wiederum steilen Aufstieg zurück in die Stadt genehmigen wir uns in der Bar Ariston einen weissen Martini. Mittlerweile kennt man uns dort bereits und die Getränke kommen jeweils schon von selbst! Dazu gibt's Aperohäppchen mit Tomaten, Zwiebeln oder Schinken.Nachdem wir uns im Hotel frisch gemacht haben, gehen wir auf Nahrunssuche in den zahlreichen Restaurants in der nächsten Umgebung. Es gibt viel frischen Fisch und natürlich Pasta und Pizza in allen erdenklichen Variationen.Zum Abschluss des Tages trinken wir auf der kleinen Piazza vor unserem Hotel Limoncello und lassen uns von der bluesigen Musik berieseln.Ja, so lässt sich's leben und den Versuch 'Faulenzerferien' erkläre ich hiermit als gelungen!

8.6.16 19:24, kommentieren

Siamo arrivato in paradiso

Wie erwartet habe ich letzte Nacht kein Auge zugetan. Einmal war ich kurz davor, ins Land der Träume zu segeln, als die Frau neben mir etwas fallen liess und ich begleitet von einem kleinen Herzinfarkt wieder hellwach war... Notabene während Dorian auf meiner anderen Seite friedlich weiterschnarchte.Ja liebe Ursula, zumindest ich bin nicht mehr 20, bei Deinem Sohn bin ich mir da manchmal nicht so sicher...Etwa gegen drei Uhr morgens kam dann eine Horde flegelhafter Russen daher, welche sich lautstark unterhielten, Handyvideos schauten und schlussendlich die ganze Halle mit monströsem Schnarchen unterhielten. Ich habe noch versucht zu lesen, während der eine all die gefährichen wilden Tiere zu verscheuchen versucht hat, konnte mich aber bald nicht mehr konzentrieren...Jedenfalls war es spannend zu sehen, wie so ein Flughafen erwacht. Um viertel nach vier konnten wir einchecken, um fünf durch die Security und danach gabs ein ordentliches Frühstück.Als unser Flugzeug endlich abhob war ich dermassen erledigt, dass ich (ICH!) kurz mach dem Start eingeschlafen und erst kurz vor der Landung wieder aufgewacht bin.Der Flughafen von Lamezia ist etwa so 'gross' wie der in Belp und wir hatten unser Gepäck und fanden unseren Fahrer schnell.Die Fahrt nach Tropea dauerte nochmal etwa eine Stunde. Natürlich konnten wir so früh am Morgen noch nicht in unser Zimmer und flanierten stattdessen ein wenig durch die engen Gassen der Altstadt. Da Dorian den Ort bereits sehr gut kennt, fanden wir schnell zur Gelateria von Tonino, wo wir Gelati mit den berühmten einheimischen Zwiebeln von Tropea probierten. Die ist erstaunlich gut! Olive ist allerdings nicht zu empfehlen...Am Nachmittag schlief ich wie ein Stein. Unser Zimmer liegt zur Stadtseite und hat eine enorm hohe und wunderschöne alte Holzdecke. Zudem verfügt es über einen Balkon auf eine gemütliche kleine Piazza.Gegen Abend waren wir am Strand und ich habe meinen neuen Bikini im schon fast kitschig türkisblauen Meer eingeweiht. Schön war's!!Nach einem Martini Bianco geht's jetzt dann noch unter die Dusche und dann auf Nahrungssuche, was hier kein Problem darstellen sollte: ein Restaurant reiht sich ans nächste und alles tönt verführerisch italienisch...Zwischenfazit: Start in die Faulenzerferien für's erste ein voller Erfolg!

5.6.16 19:23, kommentieren

Faulenzerferien - ein Versuch

Es ist ein Uhr morgens und der Flughafen Zürich ist leer.Irgendwo plätschert Wasser. Ab und zu läuft jemand vobei. Und manchmal bewegt sich die Frau auf der Bank neben mir. Hinter mir höre ich Dorians leises Schnarchen. Der Glückliche!Bei mir ist an Schlaf nicht zu denken! Die Bank ist hart und kalt, der Rest der Luft überheizt und ich bin aufgeregt!Morgen früh geht unser Flieger nach Lamezia Terme. Dort werden wir - so denn alles klappt - abgeholt und fahren das letzte Stück nach Tropea.Eine Woche Kalabrien mit hoffentlich viel Sonne, Strand, Meer, Gelati, Pizza, Pasta, feinem Rotwein, lesen und faulenzen liegt vor uns. Ich freue mich! Meine letzten Badeferien liegen etwas mehr als erschreckende neun Jahre zurück.Ob ich das noch kann? Einfach geniessen ohne rumzureisen?

1 Kommentar 5.6.16 01:18, kommentieren

Petite histoire de Rouen

Seit heute sind Nicole und Pierre wieder zurück aus dem Süden. Wie bereits erwähnt haben sich Françoise und ihr Mann Jacques in der Zwischenzeit um uns gekümmert. Die beiden sind ebenso sympathisch und gastfreundlich wie Nicole und Pierre. Zudem ist Jacques so eine Art Lokalpromi: er ist einer der bekanntesten und wohl fleissigsten Historiker der Stadt. Leicht problematisch kann es werden, wenn man ihm ein Stichwort aus der Geschichte gibt; dann gibt es für ihn kein Halten mehr! Dennoch hat er uns natürlich allabendlich mit kleineren oder grösseren Exkursionen in die Geschichte von Rouen und der Normandie entführt. Manchmal wurde auch gerade über ganz Frankreich oder die ganze Welt diskutiert... Besonders interessant fand ich die Geschichte der Aitre Saint-Maclou. Dies ist ein ehemaliger Friedhof mit Gebeinshaus mitten in der Stadt. Die Geschichte beginnt im Jahr 1348, dem Jahr der ersten grossen Pestepidemie in Europa. Da alles innerhalb der Stadtmauern geschah (ausserhalb war man nicht sicher und das wollte man auch seinen Toten nicht antun), gab es bald nicht mehr genügend Platz auf den bestehenden Friedhöfen. Die Kirche Saint-Maclou hatte dasselbe Problem und kaufte ein kleines Areal in der Nähe um die vielen Toten bestatten zu können. Nach Jacques' Beschreibung ging man dabei nicht besonders zimperlich vor: die meisten Menschen waren arm un konnten sich kein grosses Begräbnis leisten. Zu jener Zeit begrub man die Menschen nicht besonders tief. Wenn also ein Grab ausgehoben wurde, in dem sich bereits Knochen befanden, so wurden diese einfach beiseite geräumt und somit Platz geschafft. Die Aitre Saint-Maclou wurde ständig vergrössert. Bald baute man ein u-förmiges Gebäude um den Friedhof. Darin wurden die reicheren Bürger von Rouen bestattet. Später baute man einen zweiten Stock, um die riesigen Mengen an Knochen verstauen zu können, welche bei neuen Begräbnissen zum Vorschein kamen. Wiederum ein paar Jahre später wurde aus der U-Form ein geschlossenes Rechteck. Im neusten Teil wurde eine katholische Schule für Mädchen aus ärmeren Familien untergebracht, was für jene Zeit absolut revolutionär war. Schliesslich kam man auf die Idee, dass die vielen Krankheiten und grossen Epidemien einen Zusammenhang mit den Toten haben könnten. Die Stadt beschloss, alle Friedhöfe aufzuheben und ausserhalb der Stadt einen neuen, grossen Friedhof zu gründen. Nun hatten die Leute der Aitre Saint-Maclou jedoch eine Sorge mehr: sie waren der Auffassung, dass ihre Vorfahren so gute Menschen gewesen waren, dass sie sicherlich direkt in den Himmel gekommen sind. Dort oben - wie es sich für eine Familie gehört - haben sie dann ordentlich Werbung für Ihre Nachfahren gemacht, damit diese nach Ihrem Ableben ebenfalls direkt in den Himmel und nicht in die Hölle kommen würden. Die Angst bestand nun darin dass - wenn man den Friedhof verlegen würde und die Nachkommen nicht mehr in der Nähe ihrer Eltern und Grosseltern beerdigt würden - sie nicht mehr den gleichen Weg in den Himmel hätten, welcher dann wiederum nicht mehr für sie offen wäre, weil sie zu Lebzeiten zuviele Dummheiten gemacht hatten... Nach etwa zwei diskussionsreichen Jahren griff die Stadt jedoch durch und der Friedhof in der Aitre Saint-Maclou wurde definitiv geräumt. Die katholische Mädchenschule wurde etwas später durch eine Privatschule ersetzt und schlussendlich ganz geschlossen. Danach wollte man eine Garage aus dem Gebäude machen, es später an einen reichen Amerikaner verkaufen (dieser wollte es teilweise abbauen und in Texas wieder aufbauen) und wurde schliesslich gezwungen, es an die Stadt zu verkaufen, welche seither dafür sorgt, dass es in seinem ursprünglichen Zustand bleibt. Seit den 1940er Jahren befindet sich in den alten Gebäuden die École des Beaux-Arts, es gibt eine kleine öffentliche Ausstellung und einen kleinen Park im Innenhof. Der Ort wurde zu einem meiner bisherigen Lieblingsplätze in der Stadt, sicherlich auch wegen seiner bewegten und etwas makaberen Geschichte, aber auch einfach, weil es dort herrlich ruhig ist und der Park zum Verweilen einlädt (wenn es denn nicht gerade regnet).

1.9.14 22:31, kommentieren

Grammaire, grand-mère ou grande merde?

Heute morgen in der Schule haben wir uns mit dem passé simple beschäftigt. Ehrlich gesagt kann ich mich an diese Verbform gar nicht mehr erinnern. Nach Aussage von Lehrerin Nathalie wird sie auch vorallem in der Literatur benutzt und ist eigentlich nur dann wichtig, wenn man Bücher in französischer Sprache lesen will. Ich hatte dann auch meine liebe Mühe damit: wie kommt man vom Verb "être" auf die Form "fut"? Was machen die denn hier bloss mit ihrer Sprache? Kurze Verwirrung und anschliessendes Gelächter gab es nach Nathalie's Ankündigung, dass wir uns nun etwas mit "grammaire" (Grammatik) beschäftigen und einer meiner Mitschüler dabei "grand-mère" (Grossmutter) verstanden hatte. Nach einigen Minuten mit dem passé simple und meinem eher ratlosen Blick in Richtung Nathalie meinte diese halb deutsch, halb französisch:" Je sais, c'est eine grosse Scheisse!" Ich habe dies dann für mich ins Französische übersetzt und bin bei "grande merde" angekommen. Das kann doch kein Zufall sein... Sonst war der Tag angenehm. Ich hatte gut geschlafen, wurde mit einem reichhaltigen Frühstück begrüsst und ging zur Schule. Nach der Schule hatte sogar der Regen kurz aufgehört und die Sonne kam raus. Ich ging zu Fuss in ein nahegelegenes Einkaufszentrum und habe mich mit allerlei lustigen Sachen eingedeckt. Französische Bücher sind bisher allerdings noch nicht dabei... Meine Gasteltern sind heute in Richtung Südfrankreich abgereist, um an der Hochzeit ihrer Tochter teilzunehmen und kommen erst am Montag wieder zurück. In der Zwischenzeit kümmern sich Françoise und ihr Mann - Freunde von Nicole und Pierre - um uns. Françoise habe ich bereits kennengelernt. Sie scheint nett und nimmt sich eben soviel Zeit für uns wie Nicole. Ich bin immer noch müde. Soviel Französisch nach so langer Zeit ist anstrengend, auch wenn ich merke, dass mir vieles wieder in den Sinn kommt. Mal schauen, was in zwei Wochen alles möglich ist...

26.8.14 20:06, kommentieren

Vive la France! ... de nouveau...

Seit Jahren träume ich davon, nach Rouen in der Normandie zu reisen. Zweimal war ich bereits mit dem Auto in der Gegend, zweimal war ich zu ängstlich , um die Stadt mit einem eigenen Fahrzeug zu erkunden. Und dies ist auch gut so: Auto fahren möchte ich hier nicht! Die Spurführung ist dann doch etwas chaotisch... Gestern Nachmittag bin ich fast pünktlich am Bahnhof eingetroffen. Die Reise verlief problemlos und sogar mein kurzer Fussmarsch vom einen Pariser Bahnhof zum anderen war fast ein Vergnügen. Ich habe ganz erstaunt festgestellt, dass es wider früherer Erfahrungen durchaus hilfsbereite und freundliche Menschen in Paris gibt. Am Bahnhof in Rouen wurde ich von Nicole und Pierre - meinen hiesigen Gasteltern - äusserst herzlich in Empfang genommen. Die beiden sind super sympathisch und wir haben uns auf Anhieb toll verstanden. Die beiden haben mich als erstes mit ins Stadtzentrum genommen, wo wir einen ausgedehnte Spaziergang unternommen haben. Mich hat vorallem die Architektur beeindruckt: es hat überall ganz viele kleine und winzige Details, die wunderschön sind und an denen ich mich kaum satt sehen konnte... Anschliessend sind wir auf einen Hügel neben der Stadt gefahren, um Rouen von oben zu betrachten. Sie hat etwa die gleiche Grösse wie Bern, jedoch ist vorallem das Stadtzentrum um einiges grösser und es hat sehr viele sehr grosse Kirchen (welche ich bald noch etwas genauer inspizieren werde). Im selben Haus wohnen noch Shinzi aus Japan und Barbara aus Kanada. Shinzi ist 20, sehr schüchtern und sehr freundlich. Er hat uns heute Abend japanisch bekocht und es war ein wahres Festmahl. Barbara ist bereits etwas über 50 und auch super freundlich. Allerdings lächelt sie fast nie und ist wahnsinnig "schnäderfrässig". Die Schule befindet sich buchstäblich direkt um die Ecke: vom Garten meiner Gasteltern sehe ich das Dach des Schulgebäudes. Das ist natürlich super bequem! Heute morgen um acht war Schulbeginn. Am ersten Tag findet zuerst ein kleiner Test zur Sprachniveau-Bestimmung statt und alle werden in eine Klasse eingeteilt. Um 9.30 Uhr beginnt dann erst der eigentliche Unterricht (das heisst, dass ich ab morgen etwas länger schlafen kann). Der bisherige Unterricht war anspruchsvoll, aber auch angenehm. Mein letzter Französischunterricht liegt etwa 15 Jahre zurück und ich habe heute soviel über diese Sprache nachgedacht wie schon lange nicht mehr! Nach der Schule liefen die neuen Schüler (angeführt von Lehrer Victor) im Gänsemarsch ins Stadtzentrum, welches etwa 30 Fussminuten von der Schule entfernt liegt. Es hat den ganzen Tag stark geregnet und ich hatte innert Minuten ein anhaltendes Fussbad in meinen Schuhen. Zum Glück in den einzigen geschlossenen Schuhen, die ich dabei habe. Wo sind eigentlich die Wanderschuhe, wenn man sie braucht? Guet planet Chrigä! Jetzt bin ich einfach nur wahnsinnig müde! Französisch ist anstrengend und die vielen neuen Eindrücke taten den Rest. Ich gehöre also ins Bett und kümmere mich morgen wieder um la langue...

25.8.14 23:24, kommentieren


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